Jo im roten Kleid

Jo im roten Kleid

Eine szenische Fantasie
nach einem Bilderbuch von Jens Thiele
für Erwachsene + Kinder ab 10

„Die Geschichte von Jo im roten Kleid ist die Geschichte eines neuen Helden, der viel Mut aufbringen muss, um er selbst zu sein“, so heißt es auf der Homepage des Verfassers; sie handelt von einem Jungen, der sich entgegen gängiger Geschlechterrollen und Klischees das rote Kleid seiner Mutter anzieht und damit auf die Straße geht.

Erzählt wird diese scheinbar so einfache Geschichte in Jens Thieles Bilderbuch von einem Mann, der gemeinsam mit einem Jungen Bilder betrachtet. „Bist du das auf dem Bild“, fragt ihn der Junge. „Ja, das bin ich als Kind. Wenn du willst, kann ich dir etwas aus meiner Kindheit erzählen!“ Doch der Junge möchte nichts „Langweiliges von früher“ hören, also erzählt ihm der Mann, was er tun würde, wenn er heute ein Junge wäre, wie er sich heimlich ein Kleid anziehen und im Spiegel bewundern würde, wie er sich einen Film ausdenken würde, in dem er die Hauptrolle spielt: einen Jungen namens Jo, der auch ein rotes Kleid trägt und deshalb verfolgt, gehetzt und gehänselt, aber auch geliebt wird. „Und was würde passieren, wenn dein Film zu Ende ist und du noch immer vor dem Spiegel stehst?“, fragt der Junge schließlich. „Dann würde ich im Kleid meiner Mutter hinaus auf die Straße gehen, damit alle mich sehen.“ „Du hast vielleicht Nerven! Mal ehrlich: das alles würdest du machen, wenn du heute ein Kind wärst?“ „Nein, das habe ich damals gemacht, als ich ein Kind war.“

Die Geschichte von Jo wird von zwei Musikern/Spielern erzählt, in einer Nische von Intimität und Öffentlichkeit, der Theaterbühne, und öffnet ihnen so den Vorhang zu eigenen Erinnerungen, Ängsten und Selbstbildern.

Das freie Theaterkollektiv „Theater Triebwerk“ hat in seiner Bühnenbearbeitung eine feinstoffliche Theatercollage erstellt, in der Prozesse der Identitätsbildung „probiert“ werden: Was sind meine Vorstellung von Männlichkeit/Weiblichkeit?
Was ist mir peinlich?
Wovor habe ich Angst?
Und warum?

Cello: Uwe Schade
Bass: Heino Sellhorn
Regie: Nina Mattenklotz
Ausstattung: Silke Rudolph

Eine Koproduktion mit dem TfN. Dramatisierungsrechte des Bilderbuches von Jens Thiele beim Hammer Verlag. Gefördert vom Land Niedersachsen und der Friedrich Weinhagen Stiftung.

Ganz herzlich möchten wir Jens Thiele (www.jensthiele.de), dem Autoren von „Jo im roten Kleid“ (Peter Hammer Verlag 2004) danken! Für seine Hilfe und Unterstützung und das Vertrauen, dass uns ermöglichte anhand seines Buches eine Bühnenfassung zu erstellen. Gerade deshalb freuen wir uns, auch nach der Premiere sein Wohlgefallen mit „unserem“ Stück gefunden zu haben. Zudem möchten wir an dieser Stelle nochmals ausdrücklich auf das Bilderbuch und die anderen Arbeiten von Jens Thiele (www.jensthiele.de) hinweisen, die uns inspiriert haben und uns am Herzen liegen.

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