{"id":366,"date":"2011-03-07T13:03:18","date_gmt":"2011-03-07T11:03:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theater-triebwerk.de\/wordpress\/?p=366"},"modified":"2013-04-24T12:20:05","modified_gmt":"2013-04-24T10:20:05","slug":"ende-der-legende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theater-triebwerk.de\/wordpress\/ende-der-legende\/","title":{"rendered":"Robin Hood: Ende der Legende"},"content":{"rendered":"<p>Robin Hood wird in der Theaterwerkstatt entzaubert<\/p>\n<p>Goldig grell strahlt es aus der Holztruhe, um die sich Robin Hood und seine Mannen scheren. Ein Klumpen Edelmetall, ein Haufen Taler, gleich die ganze Staatskasse? Was immer die R\u00e4ubertruppe dem Sheriff von Nottingham im wilden Kampf auch abgenommen hat: Die Aussichten sind blendend. So blendend, dass Little John des Nachts die Finger nicht von der Truhe lassen kann, sich seinen ganz pers\u00f6nlichen Teil greift \u2013 und ein Butterbrot aus der Kiste holt. Zuerst kommt eben immer noch das Fressen, dann die Moral. Und selbst ein R\u00e4uber im dunklen Sherwood Forest hat Hunger.<\/p>\n<p>Es hat Witz, wie das Theater Fensterzurstadt, die Theaterwerkstatt Hannover und das Theater Triebwerk in einer Koproduktion die Legende des ehrenwerten K\u00e4mpfers f\u00fcr Gerechtigkeit entzaubern und auf den Boden der Tatsachen holen. Statt Gold gibt es eine Stulle \u2013 und so wie die Schauspieler daran kauen, d\u00fcrfte sie einigerma\u00dfen trocken sein. Die drei freien Theater pr\u00e4sentieren unter der Regie von Ruth Rutkowski eine besonders verspielte Variation des Mythos Robin Hood. In seiner mindestens 800-j\u00e4hrigen multimedialen Laufbahn von den englischen mittelalterlichen Balladen bis zum heutigen Hollywoodkitsch musste der K\u00f6nig der R\u00e4uber, Feind der Reichen und M\u00e4chtigen, Freund der Armen, der ber\u00fchmteste Bogensch\u00fctze der Kulturgeschichte und Geliebte von Maid Marian schon einiges durchmachen: Mal war er Wegelagerer, mal Held in Strumpfhosen, mal verbr\u00e4mt von Brian Adams.<\/p>\n<p>Auf der B\u00fchne der Theaterwerkstatt im Pavillon pr\u00e4sentiert das Ensemble aus vier Schauspielern und zwei Musikern eine ironisch-augenzwinkernde szenische Collage und zeigt die feine Kunst, aus wenigen Mitteln viel Theater zu machen. Da gen\u00fcgen ein paar Taschenlampen, um in der Dunkelheit eine schaurige Atmosph\u00e4re zu zaubern. Vollen K\u00f6rpereinsatz liefern Carsten Hentrich und Alexandra Faruga im Zweikampf, bei dem aus dem Theaterspiel blutiger Ernst zu werden scheint. Wie Hentrich zudem die Backen plustert und halb stolz, halb versch\u00e4mt als Pferd \u00fcber die B\u00fchne trabt, geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nsten Momenten des leicht anarchischen Schauspiels, das aus einer ganzen Reihe von versponnenen Momenten besteht. Dazu geh\u00f6ren immer wieder ironische \u00dcberh\u00f6hungen einer guten, alten Zeit, die anscheinend noch echte Helden kannte. Da wird das Pfeifen des Rotkehlchens (englisch: robin), zum \u201eGesang von Freiheit, Gleichheit, Br\u00fcderlichkeit\u201c und beschw\u00f6rt eine Zeit herauf, in der \u201edie Luft noch rein und klar\u201c war. \u201eDas ist alles so sch\u00f6n und gut, mich gruselt fast ein bisschen\u201c, sagt einmal Uwe Schade, der sonst seinem elektrisch verzerrten Cello dramatische T\u00f6ne entlockt. F\u00fcr die einen ist Robin Hood eben ein K\u00e4mpfer f\u00fcr soziale Gerechtigkeit, f\u00fcr die anderen einfach nur ein Gauner.<\/p>\n<p>Ralf Heu\u00dfinger &#8211; Hannoversche Allgemeine Zeitung &#8211; 7. M\u00e4rz 2011<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannoversche Allgemeine Zeitung &#8211; 7. 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