{"id":1110,"date":"2014-06-18T17:10:40","date_gmt":"2014-06-18T15:10:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.theater-triebwerk.de\/wordpress\/?p=1110"},"modified":"2017-09-06T11:25:39","modified_gmt":"2017-09-06T09:25:39","slug":"die-verrueckte-hutjagd-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theater-triebwerk.de\/wordpress\/die-verrueckte-hutjagd-2\/","title":{"rendered":"Die verr\u00fcckte Hutjagd"},"content":{"rendered":"<h3><a href=\"http:\/\/godot-hamburg.de\/die-verrueckte-hutjagd\/\">Theater Trieb\u00adwerk im Fundus Theater<\/a><\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/godot-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Triebwerk-verr%C3%BCckte-Hutjagd.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-7999\" src=\"http:\/\/godot-hamburg.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Triebwerk-verr%C3%BCckte-Hutjagd.jpg\" alt=\"Die verr\u00fcckte Hutjagd\" width=\"600\" height=\"400\"><\/a><\/p>\n<h5>Text: Angela Dietz | Foto: Daniel Butowski<\/h5>\n<p>Das Wich\u00adtigste in Oma Hannes Leben ist ihr Hut. Ohne ihn geht nichts. Eines Morgens ist er verschwunden. Oma Hanne ist entsetzt und macht sich unver\u00adz\u00fcg\u00adlich auf die Suche. Mit Uwe Schade am Cello und Heino Sell\u00adhorn am Kontra\u00adbass ger\u00e4t Luzia Schel\u00adling als Oma Hanne unver\u00adse\u00adhens auf eine verr\u00fcckt-poetische Schnit\u00adzel\u00adjagd. Etliche Tassen Kaffee und viele Fund\u00adst\u00fccke sp\u00e4ter hat sie etwas Wich\u00adtiges wieder\u00adent\u00addeckt: die Erin\u00adne\u00adrung an ein St\u00fcck Kind\u00adheit und die Befreiung vom&nbsp;Hut.<\/p>\n<p>In der Regie von Nina Matten\u00adklotz und der ebenso mini\u00adma\u00adlis\u00adti\u00adschen wie wunder\u00adsch\u00f6nen Ausstat\u00adtung von Lena Hiebel gelingt es den drei Schau\u00adspie\u00adlern und Musi\u00adkern f\u00fcr die \u00fcberbor\u00addenden Bilder von Sven Nord\u00adqvists Vorlage eine ganz eigene \u00e4sthe\u00adti\u00adsche \u00dcberset\u00adzung zu finden. Die F\u00fclle der Illus\u00adtra\u00adtionen und den Detail\u00adwitz \u00fcbertr\u00e4gt das Theater Trieb\u00adwerk auf den B\u00fchnen\u00adtext, die Musik und das Spiel. Das zuweilen Surreale des Bilder\u00adbuch\u00adt\u00adextes findet seine Entspre\u00adchung im B\u00fchnen\u00adbild und -dialog. W\u00e4hrend im Buch ledig\u00adlich das Huhn an einer Stelle sprach\u00adlich laut\u00admalt und holper-stolpert, greifen Schade und Sell\u00adhorn das auf, um auf der B\u00fchne nicht nur beim Huhn eine Reim-Assoziationskette zu rattern und zu singen, dass es eine Lust ist. Auch Hund und Hase hecheln und spre\u00adchen ganz komisch. \u201e\u2026 kalt, geschnallt, \u2026 Schuh, Wand, puh, Wand, Kuh, Hand\u00adschuh \u2026\u201c. Der Witz erscheint nur vor\u00fcber\u00adge\u00adhend als sch\u00f6ner Unsinn. Immer wieder entfaltet sich ein Bezug zum B\u00fchnen\u00adge\u00adschehen, zur Geschichte, kann neuer Sinn entstehen. Geraten erwach\u00adsene Zuschauer dar\u00fcber l\u00e4chelnd ins Philo\u00adso\u00adphieren, sp\u00fcren die Kinder im Publikum schon am Sprach\u00adklang den Witz und brechen in lautes Gel\u00e4chter aus.<\/p>\n<p>Heino Sell\u00adhorn und Uwe Schade setzen ihre starken und viel\u00adf\u00e4l\u00adtigen Ausdrucks\u00adm\u00f6g\u00adlich\u00adkeiten an Bass und Cello \u2013 wie bei den zahl\u00adrei\u00adchen anderen Produk\u00adtionen des Thea\u00adters Trieb\u00adwerk \u2013 genau und ma\u00dfvoll ein. Ein winziges Fund\u00adst\u00fcck, klack, f\u00e4llt auf den Boden, begleitet von einem Walking-Bass. Wie eine E-Gitarre kreischt das Cello, wenn Verkaufs\u00adleiter Kanini und Oma Hanne auf dem Bugatti abd\u00fcsen. Zarte T\u00f6ne, wenige T\u00f6ne, Klang\u00adtep\u00adpich im Hinter\u00adgrund, Lied\u00adbe\u00adglei\u00adtung oder Tacet, alles ist am Platz. Schau\u00adspie\u00adle\u00adrisch sind die beiden genauso \u00fcberzeu\u00adgend wie als Musiker. Eins durch\u00addringt das andere. Sell\u00adhorn strotzt vor Kraft und Leiden\u00adschaft bei seiner Bluess\u00e4nger-Einlage. Und obwohl die Zuschauer im Alter von f\u00fcnf, sechs Jahren kaum den alten Hit von Step\u00adpen\u00adwolf kennen k\u00f6nnen, am\u00fcsieren sie sich k\u00f6stlich.<\/p>\n<p>Luzia Schel\u00adling als Oma Hanne \u2013 in der Vorlage ist die Haupt\u00adfigur ein Gro\u00df\u00advater \u2013 ist eine nicht nur sinn\u00advolle Erg\u00e4n\u00adzung f\u00fcr das einge\u00adspielte Duo Schade und Sell\u00adhorn. Mit ledig\u00adlich zwei Spie\u00adlern w\u00e4re die drama\u00adtur\u00adgi\u00adsche Umset\u00adzung des Bilder\u00adbuchs schwierig geworden. Schel\u00adling balan\u00adciert ihren \u00fcberdi\u00admen\u00adsio\u00adnierten Pappmach\u00e9-Kopf auf Oma Hannes eher zartem K\u00f6rper und spielt mit beidem. Ein Wutan\u00adfall, ein paar Worte oder die Lust am Fahrt\u00adwind dringen stimm\u00adlich durch die Maske und kommen gut zum Ausdruck, auch ohne bewegtes Mienenspiel.<\/p>\n<p>Auf der B\u00fchne nimmt der Kopf gro\u00dfen Platz ein, wie um deut\u00adlich zu machen, was sich alles im Ober\u00adst\u00fcb\u00adchen abspielen kann \u2013 was das Publikum zu sehen bekommt. Nach der wilden Motor\u00adrad\u00adtour, einem Flug-Ritt zur\u00fcck in die Jugend, setzt Oma Hanne den Helm\u00adkopf ab. Sie ist ange\u00adkommen, fast. Denn sie verharrt nicht in der Erin\u00adne\u00adrung, sondern beginnt noch einmal \u2013 ohne&nbsp;Hut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Theater Trieb\u00adwerk im Fundus Theater Text: Angela Dietz | Foto: Daniel Butowski Das Wich\u00adtigste in Oma Hannes Leben ist ihr Hut. Ohne ihn geht nichts. Eines Morgens ist er verschwunden. 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