Theater Triebwerk
Die bisherigen Produktionen richten sich sowohl an Kinder als auch an Jugendliche + Erwachsene. Allen gemeinsam sind Arbeitsschwerpunkte wie der Einsatz von Live-Bühnenmusik als theatrales Element, das Interesse an der Verlebendigung von Erzähltheater und ein forschender Improvisationsspielraum, in dem sprachliche, musikalische und choreographische Elemente gefunden werden.
Live-Musik war von Anfang an das besondere Merkmal von Theater Triebwerk. So ist die Musik nicht nur Mittel, um Stimmungen und Atmosphären zu erzeugen, sondern wird neben Text und Spiel zu einem dritten gleichwertigen „Erzähler“. Melodien, Rhythmen und Stimmungen bilden oft sogar kontrapunktische Erzählstränge aus. Die Gleichzeitigkeit kontrastierender Gedanken und Stimmungen sind die erweiterte Möglichkeit des „Musikerzältheaters“. Die Polyphonie der Musik, dem rein linearen Fortlauf der europäischen Sprachen in diesem Punkt überlegen, findet ihre Verschränkung im musikalisch betrachtetem Theatergeschehen.
Theater Triebwerk hat sich in den letzten 5 Jahren verändert. Wir benutzen immer noch Formen des Erzähl-Theaters, die Themen unserer Arbeiten verschieben sich aber immer mehr hin zur Musik. In unserer Arbeit versuchen wir die Synergien zu erkunden, die durch die gegenseitige Beeinflussung unserer Wahrnehmungsorgane entstehen. Ein Ton klingt im Dunkeln anders als im hellen Licht. Der Körper und seine Bewegungen enthalten Rhythmen. Eine Theateraufführung / Performance ist in ihrem Ganzen ein musikalischer Vorgang. Sie kann also auch in einer musikalischen Begrifflichkeit wahrgenommen, analysiert und bearbeitet werden. Durch diese Verschiebung des Wahrnehmungs-Schwerpunktes versuchen wir neue Wege des Zugriffs auf musikalische und theatrale Vorgänge und deren Präsentationsformen zu finden.
1997 Heinrich der Fünfte wird als eines der 10 bemerkenswerten Theaterereignisse des Jahres 1996 zum 4. Deutschen Kinder- und Jugendtheater-Treffen in Berlin eingeladen.